Bei Handwerkern berüchtigt, dem Heimwerker teils gar nicht bekannt: die Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Fliesen – oder dem, was gemeinhin als Fliese bezeichnet wird. So kann schon mal ein ganz profanes Vorhaben, nämlich das Bohren von Löchern, zu einer echten Herausforderung werden. Manche Bohrer schaffen z.T. nur ganz wenige Löcher, manche versagen beim ersten Loch. Mit dem richtigen Werkzeug jedoch ist praktisch jede Anforderung zu schaffen, ohne spezielle Maschinen anschaffen zu müssen.
Baustoffe befinden sich im stetigen Wandel, entwickeln sich weiter und stellen den Anwender bei vermeintlich einfachen Aufgaben vor teils ungeahnte Schwierigkeiten. Was früher eine fragile Fliese war, kann heute ein Baustoff mit ungeahnter Härte und Stabilität sein. So war es damals kein Problem, eine Fliese in benötigten Maßen anzuritzen und zu brechen. Oder bei Nutzung von kleinen Hilfsmitteln wie z.B. dem „FliesenLochBoy“ ein Loch mitten in die Fliese mit einem Hammer zu schlagen, für Rohre und Anschlüsse. Techniken, die heute praktisch nicht mehr möglich sind.
Zum Glück entwickeln sich nicht nur die Werkstoffe, sondern auch die Werkzeuge weiter. Und so finden die Werkstoffe Diamant und Hartmetall seit einigen Jahren Einzug in die Verarbeitung von Fliesen aller möglichen Arten, von Ton über Glas, Porzellan bis hin zu Keramik bzw. Feinsteinzeug. Ursprünglich aus der Steinbearbeitung kommend, wurden diese Werkzeuge auf die Eigenheiten der genannten Baustoffe optimiert und verbessert, sodass wir heute auf ein Sortiment an verschiedenen Werkzeugen zugreifen können, welche eine sehr gute Performance bei der Verarbeitung bieten.
Hartmetall findet in der heutigen Werkzeugtechnik zu Recht immer mehr Einsatz. Der Werkstoff ist extrem hart im Vergleich zu Metall-Legierungen. Hartmetall wird pulvermetallurgisch hergestellt: Kobalt, Wolfram-Karbid und diverse andere Zusätze werden in Pulverform vermischt und unter Druck und Hitze in Form gepresst, bis sie eine homogene Masse ergeben. Die daraus entstehende Schneide wird gelötet oder laser-geschweißt am Werkzeug angebracht.
Diamant ist der härteste Werkstoff der Welt. Früher aufwändig geschürft, heute synthetisch hergestellt für den Einsatz in härtesten Materialien: entweder als Diamant-Korn, per Hartlot im Vakuumverfahren an den Körper des Werkzeugs gebunden, oder – wie Hartmetall – zu Segmenten verpresst, oder als polykristalliner Diamant (PKD) in größeren Formaten hergestellt. Gerade für abrasive Anwendung in harten Materialien wie Stein, Beton oder Feinsteinzeug ist er Mittel erster Wahl.
Hartmetall zeigt seine Stärke dort, wo wir einen hohen Quarzanteil haben – primär in Glas, mit Abstrichen in der Standzeit dann auch bei Keramik und Porzellan. Hartmetall-Bohrer sind günstiger im Kaufpreis als Diamantwerkzeuge, teils auch präziser in der Anwendung. Aufgrund der definierten und geschliffenen Schneide lassen sich damit schöne, saubere Löcher bohren. Das limitierende Element ist hier explizit die Härte der Fliese – bis Ritzhärte 3 ist dieses Werkzeug wirtschaftlich einsatzfähig, das gilt für die meisten Wandfliesen. Bei Bodenfliesen, die einer höheren Belastung standhalten müssen und somit größtenteils deutlich härter sind, bricht die Standzeit jedoch ein. Man bekommt wesentlich weniger Löcher gebohrt – der Preis pro Loch steigt, die Wirtschaftlichkeit sinkt. Durch Kühlung mit Wasser kann man diese zwar etwas steigern, aber sie ist weiterhin begrenzt.
Und genau hier gewinnen dann die Diamantwerkzeuge deutlich an Bedeutung: teurer in der Anschaffung, aber weitaus länger verwendbar, überzeugen sie mit ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Härtegrad spielt keine Rolle mehr, und durch eine breitere Auswahl an nutzbaren Maschinen steigt die Arbeitsgeschwindigkeit zum Teil massiv. Wo Hartmetall-Bohrer nur mit Akkuschrauber und Bohrmaschine genutzt werden können, kommt bei Diamantwerkzeugen auch noch der Winkelschleifer dazu, welcher mit 12.000 U/min den Schnitt in wenigen Sekunden schafft. Dadurch avanciert diese Art der Bearbeitung auch zur bevorzugten Art bei professionellen Anwendern und Handwerkern.
Mit einem Adapter Sechskant zu M14 kann ich M14-Bohrkronen auch mit der Bohrmaschine nutzen! (Sechskant zu M14 – Art.-Nr. 878-11012)
– Alexander Barthuli, Produktmanagement
Für den kleinen Einsatz: im Set oder auch einzeln erhältliche Bohrer für Fliesen und Feinsteinzeug, mit 1/4"-Sechskant-Schaft für Akkuschrauber und Bohrmaschine. Dank Wachsfüllung auch trocken verwendbar!
Perfekt geeignet für Wandfliesen, Keramikfliesen und Glas: Weiche Fliesen (bis Ritzhärte 3) mit Akkuschrauber oder Bohrmaschine ohne Abrutschen bohren, ist mit dem Dry Angle Bohrer problemlos möglich!
Ohne Bohrerwechsel durch Wandfliese und Mauerwerk – kein Problem für diesen Bohrer mit optimierter Hartmetallschneide. Ob Leichtbau, Rigips-Doppelbeplankung oder Mauerwerk: einfach durchbohren! (5-tlg. Set Ø 4–10 mm, Art.-Nr. 859-601004)
Der Profi: höchste Qualität und Standzeit, von Fliesenlegern geschätzt. Verfügbar in allen gängigen Durchmessern, zur trockenen Anwendung mit dem Winkelschleifer in härteste Fliesen, Granit und Marmor.
| Material | Glas- & Fliesenbohrer (859-62) | Diamantbohrkrone (852-69) | Mehrzweck Bohrer (859-60) | Diamantbohrkrone (852-70) |
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| Glas | ✓ | |||
| Keramik | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Feinsteinzeug | ✓ | ✓ | ||
| Mauerwerk | ✓ | ✓ | ✓ | |
| Metall | ✓ | |||
| Holz | ✓ |





Dieser Beitrag stammt aus dem GEMAX Magazin · Ausgabe Q3 2022. Das komplette Magazin als PDF ansehen →