Ratgeber: Obstbaum schneiden – Wann und wie?

Obstbaum schneidenEin Garten ohne Obstbäume ist kaum vorstellbar. Als Nährstoff- und Vitaminlieferant, Schattenspender, Sauerstoffproduzent sowie Zufluchtsort für heimische Vögel, Bienen und Insekten leistet er für Mensch und Tier gute Dienste. Sogar der Igel profitiert vom Fallobst.

Obstbäume werden in Stein- und Kernobst gegliedert. Die Entscheidung für eine jeweilige Obstbaumsorte sollte vor dem Kauf gut überlegt werden. Der Obstbaum braucht Platz und einen sonnigen Standort zur gesunden Entfaltung. Als Alternative in kleinen Gärten haben sich halbwüchsige Obstbaumsorten bewährt, die auch in einem entsprechend großen Kübel gedeihen.

Wie jedes Gehölz seine Pflege benötigt, so ist das Obstbaumschneiden ein fester Bestandteil der regelmäßigen Arbeit im Garten oder Grundstück.

Was wird benötigt: Leiter, Astsäge, Gartenschere, Wundbalsam gegen das „Ausbluten“ nach dem Schnitt.

Notwendigkeit und Zeitpunkt des Schneidens

Wild wachsende Obstbäume tragen ebenso Früchte wie beschnittene.

Nachteil unbeschnittener Obstbäume:

  • Die Last der Früchte lässt die Zweige nach unten hängen und die Äste brechen schneller ab
  • Die Baumkrone wird zu dicht
  • Früchte und Blätter können schneller von Pilzkrankheiten befallen werden
  • Schwacher Neutrieb
  • Die Kraft des Baumes ist bald „erschöpft“
  • Je höher der Obstbaum wächst, um so kleiner werden die Früchte

Bei einer regelmäßigen und sinnvollen Pflege kann ein Obstbaum über Jahrzehnte den Gärtner mit ertragreichen Ernten belohnen.

Im zeitigen Frühjahr (März bis April) erfolgt der Obstgehölzschnitt.

Faustregel: Je mehr Äste und Triebe zurückgeschnitten werden, um so mehr wächst der Baum. Je mehr ein Ast gekürzt wird, umso stärker und kräftiger ist der Neuaustrieb von Zweigen. Der Baum muss „lichtdurchflutet“ sein, damit sich die Früchte überall optimal entwickeln können.

Tipp: Nach dem Schneiden des Obstbaumes muss es möglich
sein, einen Hut hindurch zu werfen.

Der erste Schnitt

Der erste Schnitt ist nach dem Einpflanzen erforderlich. Dabei wird auch die erste Blüte entfernt, damit der Obstbaum im ersten Jahr noch keine Früchte trägt und dafür die Wurzelbildung gestärkt wird.

Wird im Frühjahr gepflanzt, erfolgt auch der erste Schnitt. Bäume im Herbst gesetzt, werden ebenfalls erst im Frühjahr beschnitten.

Wichtig ist außerdem, dass der Parallel- beziehungsweise Konkurrenztrieb beizeiten entfernt wird. Der erste Schnitt hat das Ziel, eine pyramidenähnliche Form des Baumes zu gestalten. Dafür müssen nicht nur Haupt- und Seitentriebe beschnitten, sondern die Stammverlängerung und steil nach oben wachsende Jungtriebe entfernt werden. Dieser Obstbaumschnitt sollte im gesamten Lebenszyklus beibehalten werden.

Arten beim ObstbaumschnittAst sägen

Es wird bei Obstbäumen zwischen drei Schnittarten unterschieden:

Der Erziehungsschnitt:

Die „Erziehung“ wird ab dem zweiten Jahr nach dem Einpflanzen notwendig. Diese Schnittform betrifft die seitlichen Hauptäste einschließlich ihrer Seitentriebe. Etwa ein Viertel des Seitentriebes kürzen. Je „Leit-Ast“ bleiben nur drei Seitenäste stehen. Konkurrenz- und Jungtriebe – ebenso solche, die nach innen wachsen, entfernen. Den Erziehungsschnitt fünf Jahre im Frühjahr wiederholen.

Der Erhaltungsschnitt:

Er ist ein Instandhaltungsschnitt, da er die aufgebaute Baumkrone erhält und für Licht und Luft im Inneren des Obstbaumes sorgt. Hierbei werden alle älteren Äste, die nach unten wachsen und kaum noch Früchte tragen, entfernt. Neutriebe werden nur etwas (nicht radikal) zurückgeschnitten, damit sich daraus neue Fruchtäste entwickeln können.

Tipp: Nur einjähriges Holz trägt Sauerkirschen.

Der Verjüngungsschnitt:

Aus „Alt“ wieder „Jung“ machen bedeutet beim Obstbaum: Älteren Bäumen wieder dazu verhelfen, dass sie ertragstechnisch wieder in Schwung gebracht werden. Die Mittel- und Seitenäste alter Kronen werden rigoros beschnitten. Die Seitentriebe entsprechend der neuen Höhe kürzen.

So wird es richtig gemacht:

Pflege und Schutzmaßnahmen

Obstbäume, wie Birne, Apfel oder Pfirsich, sollten „ausgedünnt“ werden, wenn sie zu viele Früchte tragen. Je Fruchtbüschel nur drei Früchte belassen, die restlichen bereits vor der Reife entfernen. Somit können sich die übrigen Früchte größer entwickeln.

Werden stärkere Äste abgesägt, muss die Schnittfläche mit Baumwachs (Wundbalsam) verschlossen werden, um einen Schädlings- oder Pilzbefall zu vermeiden.

Es ist sinnvoll, dass bei älteren Obstbäumen (Kirsche, Apfel) im Herbst (beziehungsweise vor der neuen Blüte im Frühjahr) verdorrte und überflüssige Äste beseitigt werden.

Weitere Informationen auch bei:
Garten-Magazin.com
Zuhause.de

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