Kernbohrer – Leitfaden zur Anwendung

Kernbohrer finden generell eher im professionellen Bereich Einsatz, denn hier werden spezielle Maschinen benötigt. Der generelle Vorteil gegenüber dem “traditionellen” Bohren ist die geringere benötigte Antriebsleistung, da der Bohrkern nicht zerspant wird, sondern erhalten bleibt. Speziell sehr harte Werkstoffe können daher mit Kernbohrern durchbohrt werden, beispielsweise Schienen.

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Entnahme eines Bohrkerns zur Altersbestimmung bei Bäumen

Kernbohrer bzw. Hohlkernbohrer besitzen, wie schon erwähnt, ein ähnliches Funktionsprinzip wie Lochsägen. Der Werkstoff wird nur an der äußeren Peripherie geschnitten, der Bohrkern bleibt dabei erhalten. Durchgängige Löcher wie auch Sacklöcher können mit einem Kernbohrer hergestellt werden. Aus diesem Grund sind sie prädestiniert für den Einsatz bei Durchgangsbohrungen, z.B. bei Installationsarbeiten, sowie für die Entnahme von Materialproben. Selbst dicke Betonwände und Durchmesser von bis zu 150 mm stellen den Hohlkernbohrer vor keine Probleme.

Tipps und Anwendungshinweise für KernlochbohrerKernbohrung_für_Betonpoller

Fachkenntnis ist ein Muss bei der Verwendung von Kernbohrern. Unsachgemäßer Einsatz kann einerseits zu schlechten Bohrergebnissen führen und andererseits sogar eine Gefahr für den Anwender darstellen. Aus diesem Grund haben wir Ihnen einige wichtige Hinweise zusammengetragen, die Sie beim Einsatz von Hohlkernbohrern unbedingt beachten sollten.

1. Prüfung

Vor dem Beginn der Bohrung steht die genaue Prüfung des zu bearbeitenden Bauteils. Bohrungen an statisch wichtigen Bauteilen sollten auf jedem Fall von einem Fachmann und unter Rücksprache mit einem Statiker/Architekten durchgeführt werden, da die Folgen von einem Laien hier nicht abgeschätzt werden können. Auf jeden Fall muss die Bohrung exakt angezeichnet werden.

2. Anbohren

Das Anbohren ist der wohl kritischste Moment beim gesamten Bohrvorgang. Beim Eindringen des Bohrköpers in den Werkstoff kommt es häufig zu starken Vibrationen, die dazu führen können das der gesamte Bohrer verrutscht und die Bohrung nicht zufriedenstellend ausgeführt werden kann. Wenn dies auftritt, sollte sofort die Drehzahl reduziert werden. Ein weiterer Grund könnte zu großes Spiel zwischen Motor und Säule sein. Nach der Korrektur muss ebenfalls geprüft werden, ob die Krone und der Bohrständer noch parallel verlaufen. Sobald die Segmente dann gefasst haben, kann mit normaler Drehzahl weitergebohrt werden.

3.1 Bohrung – Vorschub

Generell lässt sich sagen, dass der Vorschub beim Kernbohren möglichst konstant sein muss. Dabei ist er von den verschiedensten Einflüssen abhängig, darunter der Beschaffenheit des Materials und natürlich der Leistung des Antriebs.  Gerade der am häufigsten eingesetzte Handvorschub erfordert viel Erfahrung und ein Gefühl für die Maschine, ständige Veränderung sollte vermieden werden.

Folgende Richtwerte sollten Sie einhalten:

  • Hartes Material = niedrige Drehzahl
  • Hoher Eisenanteil = niedrige Drehzahl
  • Anbohren = niedrige Drehzahl
  • abrasive Materialien = höhere Drehzahl

3.2 Bohrung – Kühlung

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Karnasch Aufnahme 20.1310

Beim Kernbohren ist in der Regel eine Kühlung der Bohrkrone mit Wasser erforderlich, diese senkt den Verschleiß an den Zahnsegmenten beträchtlich. In erster Linie mit speziellen Aufnahmehaltern wie 20.1310 von Karnasch ist eine Zuführung des Kühlmittels durch die Bohrspindel möglich: Dieses läuft durch die Spindel direkt in die Bohrkrone, danach wird es mit Druck direkt an den Segmenten vorbeigeführt. Hier entfaltet es seine Kühlwirkung. Die Menge des zuzuführenden Wassers variiert ebenfalls, hier können Erfahrungswerte weiterhelfen.

4. Kernbrechen

Wenn die Bohrung nicht ganz durch das Material gehen soll, also ein Sackloch das Ziel ist, muss der Kern aus dem Bohrloch gebrochen werden. Dieses sogenannte Kernbrechen sollte nur unter Zuhilfenahme der folgenden Faustregel durchgeführt werden:

Bohrlänge des Kerns = (mindestens) Ø des Kerns

Natürlich lässt sich bei zunehmender Bohrtiefe der Kern leichter brechen. Bis zu einem Durchmesser von ca. 250 – 300 mm hat diese Regel Bestand, darüber hinaus sollte die Bohrtiefe ein Vielfaches des Durchmessers betragen. Für größte Bohrungen (z.B. ab 600 mm) sind Hilfsmittel erforderlich. Dieser Punkt ist speziell dann wichtig, wenn Verlängerungen wie die 20.1387 eingesetzt werden.

5. Kernziehen

Bei horizontalen Bohrungen lässt sich der Kern meist leicht entfernen, hier sind oft auch keine besonderen Hilfsmittel erforderlich. Wenn die Bohrung vertikal durchgeführt wird, sollte jedoch eine Kernfangzange zum Einsatz kommen. Eine Anpassung für den entsprechenden Bohrdurchmesser ist natürlich nötig.

Kernbohrer von Karnasch bei Sägeblatt Shop

Shopkategorie

In unserer Shopkategorie “Kernbohrer” finden Sie verschiedenste Arten von Kernlochbohrern.Wir verfügen über Bohrer mit Universal/Weldon 19-Aufnahme bzw. bei größeren Durchmessern einer Weldon 32-Aufnahme sowie Fein Quick-In-Aufnahmen.  Die angebotenen Ausführungen reichen von den preisgünstigen ECO-Line Bohrern über GOLD-Line bis hin zu den speziell beschichteten BLUE-Line Kernbohrern. Die Schnitttiefen erreichen bei den Top-Varianten bis zu 110 mm.

Haben Sie Fragen zu unserem umfangreichen Sortiment an Kernbohrern? Gerne helfen wir Ihnen bei der Wahl des passenden Bohrers weiter und beraten Sie zu möglichen Alternativen. Unser Service-Team steht Ihnen unter (0) 651 / 98126 666 bzw. per Mail zur Verfügung.

Bildquellen:

Wikimedia Commons ©  Hannes Grobe/AW (CC BY-SA 2.5)

Wikimedia Commons © dornbach.com (CC BY-SA 3.0)

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